Dieser Sommer hat es in sich: Zwischen den Nachwehen des ThinkTanks in Berlin, dem Affiliate-Stammtisch in Leipzig und einer echten Studien-Premiere des BVDW hat sich in der Affiliate-Welt extrem viel getan.
Wir haben die spannendsten Entwicklungen aus Juni und Juli für euch zusammengetragen: von den ersten offiziellen deutschen Marktzahlen und neuen Cashback-Wegen durch Mobile Gaming über eine überraschende Konzern-Umbenennung bis hin zu den ganz konkreten Auswirkungen, die generative KI gerade auf moderne Publisher-Modelle hat.
Schwarz auf weiß: APMC legt erste offizielle Marktzahlen für Deutschland vor
Lange Zeit mussten wir uns in der Branche mit groben Schätzungen zufriedengeben. Damit ist jetzt Schluss: Der neu gegründete Affiliate und Partner Marketing Circle (APMC) im BVDW hat zum ersten Mal eine konsolidierte Marktzahlenerhebung für Deutschland veröffentlicht. Das Besondere daran: Die Daten basieren auf echten Meldungen von 13 führenden Netzwerken und Plattformen (darunter Awin, CJ, Tradedoubler, Webgains und Adcell) für die Geschäftsjahre 2024 und 2025.
Die wichtigsten Kennzahlen für 2025:
- 932 Mio. Euro Investitionsvolumen (+8,3 % ggü. Vorjahr)
- 18,7 Mrd. Euro generierter Umsatz (+12,0 %)
- 228 Millionen vermittelte Transaktionen (+9,2 %)
- Rund 16 % des deutschen Retail-E-Commerce-Umsatzes laufen über Affiliate-Partnerschaften
- ROAS von 16:1 in Retail & Travel, 13:1 im Gesamtmarkt
- Rund 80 % aller Investitionen sind erfolgsabhängig vergütet
Besonders spannend: Ein Detail der begleitenden Touchpoint-Analyse ist besonders aufschlussreich: Bei klassischen Last-Click-Modellen taucht Affiliate-Marketing nur bei 12,4 % aller Transaktionen auf. Schaut man jedoch genauer hin, ist der Kanal an fast jeder vierten Online-Transaktion (24,9 %) aktiv beteiligt.
Das zeigt deutlich: Affiliate leistet in der ersten Phase der Produktsuche (Discovery-Phase) viel mehr Arbeit, als ihm die veraltete Last-Click-Attribution bisher zugestanden hat.
Unser Fazit: Diese Erhebung ist ein echter Gewinn für die gesamte Branche. Statt vager Schätzungen haben wir nun endlich eine verlässliche, unabhängige Datengrundlage. Das stärkt die Position des Kanals gegenüber Werbetreibenden und hilft enorm bei der Argumentation in Budgetrunden.
Awin reagiert auf Zero-Click-Suche: Neue Discovery-Intelligence-Tools
Immer mehr Menschen erhalten ihre Antworten direkt auf den Oberflächen von KI-Suchmaschinen, ohne jemals eine klassische Website zu besuchen. Das Phänomen nennt sich „Zero-Click“. Um diesen Einfluss für Marken endlich messbar zu machen, hat Awin eine strategische Partnerschaft mit ScalePost sowie wegweisende Neuerungen im Rahmen seines aktuellen Summer Release vorgestellt.
Der Clou an der ScalePost-Kooperation: Das Tool verzichtet auf rein theoretische oder synthetische Daten. Stattdessen nutzt es echte First-Party-Daten, um tatsächliche KI-Zitationen präzise zu erfassen. Unterstützt durch die Integration der Tools Peec.ai und Profound.
Die zwei neuen Plattform-Erweiterungen im Detail:
- AI Visibility: Ein neuer Report-Bereich macht KI-Sichtbarkeit und den Einfluss von Zero-Click-Suchen direkt messbar. Marken sehen genau, wann und wie sie in KI-generierten Antworten auftauchen und welche Publisher-Inhalte diesen Erfolg angetrieben haben. Publisher wiederum können so den echten Wert ihrer Arbeit jenseits des reinen Last-Clicks belegen.
- Smart Search: Die Partnersuche funktioniert ab sofort per Freitexteingabe in natürlicher Sprache. Das zahlt sich aus: Advertiser, die diese smarte Suche nutzen, finden nachweislich doppelt so häufig passende Partner für eine Kooperation.
Unser Fazit: Dieses Update zeigt deutlich, dass sich „Generative Engine Optimization“ (GEO), also die Optimierung für KI-Suchmaschinen, endgültig vom theoretischen Modewort zu einer festen Disziplin im Affiliate-Marketing entwickelt hat. Wer hier als Advertiser oder Publisher noch keine KI-Sichtbarkeits-Strategie verfolgt, sollte sich dringend mit den neuen Tools vertraut machen.
Aus Tradedoubler wird NYORDA: Das Netzwerk baut sich zum Ökosystem um
Die börsennotierte Tradedoubler AB hat ihren Konzernnamen offiziell in NYORDA AB geändert. An der Nasdaq Stockholm werden die Aktien seitdem unter dem neuen Kürzel NYOR gehandelt. Für Advertiser und Publisher im Tagesgeschäft gibt es vorerst jedoch Entwarnung: Operativ ändert sich im Moment nichts. Tradedoubler bleibt als vertraute Marke, Plattform und Ansprechpartner für dein Affiliate-Marketing bestehen.
Die fünf Säulen unter dem neuen Dach von NYORDA
Mit dem neuen Namen stellt der Konzern die Weichen für die Zukunft und bündelt seine spezialisierten Geschäftsbereiche strategisch unter einem gemeinsamen Dach:
- Tradedoubler: Der bewährte Kern für klassisches Affiliate- und Partnermarketing.
- Metapic: Die Plattform für Influencer-Marketing und Creator Commerce.
- Appiness: Spezialisiert auf Mobile App Growth.
- Retail Bridge Media: Lösungen für den stark wachsenden Bereich Retail Media.
- Emna.ai: Ein neuer Baustein für die Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchumgebungen.
Die Logik dahinter: Woher kommt der Wandel?
CEO Matthias Stadelmeyer bringt es auf den Punkt: Die Art und Weise, wie Konsumenten heute Marken entdecken, hat sich grundlegend verändert. Sie verteilt sich längst über klassische Publisher, Social-Media-Creator, Apps, Retail-Plattformen und neuerdings eben auch KI-Antworten. NYORDA soll all diese unterschiedlichen Kanäle an einem zentralen Ort zusammenführen.
Unser Fazit: Dieser Schritt ist weit mehr als nur optische Kosmetik. Er zeigt exemplarisch, wohin die Reise für die großen Player der Branche geht: Weg vom reinen Tracking-Dienstleister, hin zu einem umfassenden Ökosystem für digitale Reichweite über alle Kanäle hinweg. Für euch als Partner bedeutet das vor allem eins: Langfristig noch mehr Möglichkeiten, eure Zielgruppe genau dort zu erreichen, wo sie sich gerade aufhält.
iGraal Play: Cashback abseits des Shoppings. Jetzt auch durch Gaming.
Geld zurück gibt es ab sofort nicht mehr nur beim Online-Einkauf. Die führende Cashback-Plattform iGraal hat mit iGraal Play ein neues Feature in ihrer App gestartet. User in Deutschland, Frankreich und Spanien (Polen folgt bald) werden hierbei für das Spielen von Mobile Games mit Cashback belohnt.
Das Prinzip in Kürze:
- Spielen statt Shoppen: User laden über die iGraal-App ausgewählte Mobile Games herunter.
- Quests erfüllen: Durch das Erreichen bestimmter Level oder In-Game-Aufgaben sammeln sie Guthaben.
- Automatische Gutschrift: Nach erfolgreicher Prüfung wird das Cashback direkt dem iGraal-Konto gutgeschrieben. Ganz ohne Kaufzwang.
Was bedeutet das für Advertiser und Publisher?
- Für Advertiser (Game-Developer): Ein hocheffizienter Kanal, um eine extrem aktive, europäische Community kosteneffizient als neue Nutzer für die eigenen Apps zu gewinnen.
- Für Publisher (iGraal & Partner): Stärkere Kundenbindung (Retention) abseits des klassischen Kaufzyklus. Die App bietet auch ohne Shopping-Absicht einen Mehrwert, was die täglichen Öffnungsraten steigert.
Unser Fazit: Der Vorstoß von iGraal zeigt, dass sich Cashback-Modelle neu erfinden müssen, um die App-Nutzung hochzuhalten. Für Advertiser oder Publisher bedeutet das: Die Grenzen zwischen Gaming, App-Engagement und klassischem Shopping verschmelzen immer weiter. Wer frühzeitig auf diese spielerischen Ansätze setzt, kann sich in einem hochaktiven Umfeld platzieren, lange bevor der eigentliche Kaufreiz entsteht.
Lesetipps
KI als Sparhelfer: Eine aktuelle Studie von COUPONS.DE zeigt, wie zuverlässig ChatGPT, Gemini und Co. bei der Suche nach Online-Rabattcodes wirklich sind. Das Ergebnis: KI liefert Potenzial, stößt aber noch an klare Grenzen.
Affiliate-ROI berechnen: Tapfiliate erklärt, welche Kennzahlen für den Erfolg eines Partnerprogramms wirklich zählen. Mit dem ROI Calculator lässt sich der tatsächliche Wert von Affiliate Marketing besser einschätzen.
Canva für Affiliates: 100partnerprogramme.de gibt praktische Best Practices für ansprechende Affiliate-Posts mit Canva. Der Beitrag zeigt, wie sich mit einfachen Design-Tipps professioneller Content erstellen lässt.
Kommende Affiliate-Events & Konferenzen im Überblick
Bleibe up-to-date mit den wichtigsten kommenden Affiliate-Events & Konferenzen. Hier findest du eine Übersicht der spannendsten Branchentermine für wertvolle Insights, Networking und neue Trends im Affiliatemarketing.
DMEXCO
Das große Klassentreffen der Digitalbranche in Köln, mit einem breiten Programm rund um Affiliate-, Performance- und Retail-Media-Themen.
OMT
Familiärer Vibe, starke Speaker:innen: Der Online Marketing Tag bringt auch 2026 wieder viele Affiliate-Themen nach Mainz.
Affiliate Conference
Die große Affiliate Conference im Herbst gilt seit Jahren als wichtiger Netzwerk-Treffpunkt der Branche – inklusive abschließendem NetworkxX.
Das war’s auch schon für diese Ausgabe – wir hoffen, ein paar wertvolle Impulse für euren Affiliate-Alltag waren dabei. Bis zur nächsten Ausgabe wünschen wir euch einen guten Start in die zweite Jahreshälfte!