SEA News Woche 29/2026

Zwischen Urlaubskoffer und Badesee macht die SEA-Welt keine Pause: Zu Googles Update zu den zielbasierten Gebotsstrategien gibt’s eine wichtige Ergänzung. Für KI Werbemittel gibt es News zur Kennzeichung im Google Ads Universum. Zudem hatten wir einen Fata-Morgana-Moment bei den neuen Channel Diagnostics und Channel Controls in Performance Max. Und bevor wir in eine kleine News-Sommerpause starten, gibt’s noch ein paar kleinere News zu berichten. Los geht´s!

Google Ads – Neue Kennzeichnung für KI Werbemittel

Ab Juli 2026 führt Google neue Kennzeichnungsoptionen für KI-generierte oder -bearbeitete Bilder und Videos ein. Diese Anpassung hilft Euch dabei, die strenger werdenden Transparenzregeln für Künstliche Intelligenz einzuhalten. Ihr könnt die KI-Labels entweder über eine neue Einstellung im Google Ads Interface aktivieren oder die Kennzeichnung direkt in Eure Visuals einarbeiten.

  • Über Google Ads Interface: Ihr werdet bei der Kampagnenerstellung wohl einen automatischen Hinweis zur Überprüfung Eurer Assets erhalten. Dort könnt Ihr dann gezielt festlegen, ob ein Medium das KI-Label tragen soll. Alternativ könnt Ihr diese Markierungen anscheinend auch nachträglich über das Asset Studio anpassen.
  • Direkt auf den Creatives: Ihr dürft künftig Text- oder Bild-Labels direkt auf Euren Werbemitteln platzieren, ohne Richtlinienverstöße wegen Text-Overlays oder Wasserzeichen befürchten zu müssen. Zudem wird Google bei Assets, die direkt mit hauseigenen KI-Tools erstellt wurden, diese Markierungen teilweise vollautomatisch ausspielen.

Diese neuen Kennzeichnungsoptionen werden schrittweise im Juli 2026 in Google Ads, DV360, Campaign Manager 360, im Merchant Center sowie im Ads Editor ausgerollt. Sobald ein Asset als KI-generiert markiert ist, sehen Nutzer diese Information im „My Ad Center“ unter dem Bereich „Wie diese Werbung erstellt wurde“.

Google My Ad Center

Quelle: Google Blog

Google Ads – Update zu Gebotsstrategien auch für Portfolio Strategien

Eine kurze Ergänzung zu unseren letzten News aus KW27 zum Update der zielbasierten Gebotsstrategien: Die angekündigte Änderung ab dem 17. August 2026 gilt nicht nur für Strategien innerhalb einzelner Kampagnen, sondern ausdrücklich auch für Portfolio-Gebotsstrategien. Betroffen sind also auch alle Portfolios, die mit Ziel CPA oder Ziel ROAS arbeiten und einzelne enthaltene Kampagnen das Warnschild „Eingeschränkt durch Budget“ tragen. Bislang bot der Algorithmus in dieser Konstellation risikoscheu, um das Budget optimal auszunutzen, und lieferte dadurch häufig CPA- und ROAS-Werte, die besser waren als die eigentliche Zielvorgabe. Ab Mitte August peilt Google stattdessen konsequent den hinterlegten Zielwert an – auch bei geteilten Gebotsstrategien über mehrere Kampagnen hinweg.

adseed -Google Ads Update Portfolio Gebotsstrategien

Quelle: adseed

Unsere Einschätzung hierzu bleibt bestehen: Ein bisschen ärgerlich ist schon, dass wir künftig schwächere reale Ergebnisse serviert bekommen, als der Algorithmus eigentlich draufhätte. Schaut Euch die betroffenen Kampagnen daher am besten zeitnah über das neue Tool an und justiert die Zielwerte, bevor es unnötig teurer wird.

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Google Ads – Kanal-Diagnose und Kanal-Auswahl für Performance Max

Google erweitert PMax um eine neue Diagnose-Funktion: die “Kanal-Diagnose”. Sie ist ab sofort unter „Statistiken & Berichte“ im Bereich „Kanalleistung“ innerhalb der PMax-Kampagnen zu finden. Ihr erhaltet damit eine zentrale Übersicht über Asset-Probleme, die die Auslieferung auf einzelnen Kanälen einschränken können. Konkret zeigt das Tool an, ob Assets fehlen oder abgelehnt wurden und welcher Asset-Typ – etwa Headlines, Beschreibungstexte oder Bilder – betroffen ist. Die Diagnose lässt sich sowohl kanalübergreifend als auch für einzelne Kanäle wie Search, YouTube, Discover, Gmail oder Maps aufrufen.

Performance Max wird ja seit Langem für seine geringe Transparenz kritisiert – wer nicht auf einem bestimmten Kanal ausgeliefert wird, wusste bislang oft nicht, ob das an fehlenden Assets liegt oder schlicht am Bidding-Algorithmus. Die Kanal-Diagnose schafft hier zumindest teilweise Abhilfe, indem konkrete Asset-Lücken sichtbar gemacht werden, ohne dass man jede Asset-Gruppe manuell durchgehen muss. Für unsere tägliche Optimierungsarbeit bedeutet das: schnellere Fehlersuche und gezieltere Nachschärfung der Creatives, statt Rätselraten bei schwacher Kanalauslieferung.

Noch spannender ist allerdings eine Alpha, die uns in einem unserer Kunden-Accounts aufgefallen ist. In einem Beitrag unserer SEA News im Mai hatten wir bereits über erste Sichtungen einer neuen Steuerungsmöglichkeit für Performance Max berichtet: die separate Aktivierung bzw. Deaktivierung von Suchnetzwerk-Partnern und Google Displaynetzwerk innerhalb einer PMax-Kampagne.

adseed - Google Ads Channel Control in PMax

Quelle: adseed

Nun zeigt bzw. zeigte sich die Einstellung konkreter als „Partner ALPHA“ direkt in den Kampagneneinstellungen, wo beide Netzwerke einzeln per Checkbox gesteuert werden können. Dieser Punkt würde uns zwar endlich mehr direkten Einfluss auf die Auslieferung der Kampagne geben, allerdings ist er seit letzter Woche aus dem Kunden-Account auch schon wieder verschwunden. Ob Google dieses Thema nun also wirklich konkreter angeht, bleibt abzuwarten.

Google Ads – Video-Kampagnengruppen

Kampagnengruppen sind eigentlich kein neues Google Ads Feature, sondern ein älteres, zuletzt eher in Vergessenheit geratenes Tool. Nach einer Testphase steht die kampagnenübergreifende Optimierung bzw. Zielsetzung nun für Video Kampagnen als Video Kampagnengruppen global in jedem Account zur Verfügung. Damit lässt sich ein einheitliches Reichweiten- oder Frequenzziel über mehrere YouTube-Kampagnen hinweg steuern, ohne einzelne Budgets oder Creatives anzufassen.

Vorteile im Überblick:

  • Einheitliche Steuerung: ein Reach- oder Frequency-Ziel gilt kampagnenübergreifend
  • Kampagnenkontrolle bleibt erhalten: Budget und Creatives pro Kampagne bleiben unverändert
  • Gebündeltes Reporting: Unique Reach und wöchentliche Impressions kampagnenübergreifend auf einen Blick

Unsere Einschätzung:

Mal sehen, wozu es in der Praxis wirklich gut ist – die Idee hinter den Video Kampagnengruppen ist grundsätzlich gut, ob sich die Anwendung im Alltag bewährt, wird sich zeigen. Es gibt jedenfalls schlechtere Updates.

Weitere Kurznachrichten

Google Ads – Merchant Center Next ist jetzt (wieder) das Merchant Center

Im August 2024 begann Google damit, alle Merchant-Center-Konten auf Merchant Center Next umzustellen. Wundert Euch nicht, denn die Bezeichnung „Next“ wird künftig wieder entfallen. Die Plattform heißt dann erneut einfach Merchant Center – an den Funktionen oder dem Leistungsumfang ändert sich dadurch jedoch nichts.

ChatGPT Ads – Hochladen von Kundenlisten wird ermöglicht

Auch wenn ChatGPT Ads in Deutschland derzeit noch nicht verfügbar sind, beobachten wir die Entwicklung der Plattform aufmerksam. Eine der neuesten Funktionen ermöglicht es Werbetreibenden, eigene Kundenlisten in ihre Werbekonten hochzuladen. Dadurch lassen sich Kampagnen gezielter personalisieren und bestehende Kundinnen und Kunden erneut ansprechen – ein Ansatz, der natürlich aus Google Ads bekannt ist.

Lesetipps

Budgetfresser demaskiert: Warum wir Google Search Partners immer deaktivieren sollten.

Neue Studie: Bereits knapp 30 % der kommerziellen KI-Suchen enthalten Ads

Und nun verabschieden wir uns in eine kleine Sommerpause – im August lesen wir uns wieder. Bis dahin wünschen wir Euch maximale Erfolge und eine erholsame Zeit!

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